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Was ist Zen?Ein Teisho aus der Pagode Vien Giac, Hannover, 15.9.2000, vorgetragen von Oi Saidan Roshi. Im Mumonkan (Die Schranke ohne Tor) heißt es: "Um Zen meistern zu können, musst du die Barriere der Patriarchen durchbrechen. Um diese ewige Weisheit zu erreichen, musst du dich auf dein Koan konzentrieren und dein Ich töten (überwinden). Wenn es dir nicht gelingt, die Barriere zu durchbrechen und du nicht stirbst, um Weisheit zu finden, dann bist du wie ein Geist, der an Büschen und Gräsern hängt." Der Geist, der an Büschen und Gräsern hängt, ist wie ein lebender Leichnam, das heißt ein Zombie. Der Zombie ist ein Schlangengott der religiösen Voodoo-Sekte in Haiti auf den Westindischen Inseln und ist auch so ein toter Körper, der lautlos und willenlos herumläuft, wie man es in Horrorfilmen sieht. "Jhivoi Trup" ("Der lebende Leichnam"), ein Meisterstück Tolstois, wurde in seinen späten Jahren verfasst. In diesem Werk kritisiert er die Pflichtehe, die nicht aus Liebe geschlossen wird. Was bedeutet also lebender Leichnam? Es ist eine Person, die nur lebt, um zu atmen, die der normalen Funktionen ihrer Gesundheit und ihres Geistes (Verstandes) verlustig gegangen ist. Zenmeister Mumon sagt, dass alle Menschen, die keine Zenmeditation praktiziert haben, lebende Tote sind. Um nicht zu einem solchen zu werden, solltest du dein Bestes geben, um deine Augen für eine neue Art achtsamer Bewusstheit durch die regelmäßige Praxis der Zenmeditation zu öffnen. Der Zenmeister Hakuin aus der Edozeit lehrt seine Schüler im "Rohatsu Jishu" (Lehren für Zenübende während der Rohatsu-Übungszeit): Alle die Zenjyo (tiefe Versenkung) zu erreichen versuchen, sollte sich ein Kissen zurechtlegen, sich darauf in Kekkafuza (Lotussitz mit gekreuzten Beinen) hinsetzen, in locker-bequemer Kleidung, und dann damit beginnen, die Atemzüge zu zählen und dabei ihre Wirbelsäule in der normalerweise üblichen Form aufzurichten. In dem sie ihren Hara (Bauch) mit Ki- (Lebens-)kraft füllen, sollten sie sich auf ihr eigenes Koan konzentrieren und ihr Ich töten, um ewige Weisheit zu erreichen. Der Zenmeister Eisai, der in der Sung-Ära nach China ging, um Zen zu studieren, sagt in der Einführung zum "Kozen Gogoku Ron" (Aufsatz über den Schutz der Nationen durch die Entwicklung von Zen): Wie groß ist das Herz! Wir können nicht die Grenze des Himmels erreichen, Aber es geht darüber hinaus. Wie tief das Herz ist! Wir können nicht die Tiefe der Erde ausloten, Aber es reicht noch tiefer. Das Zen-Herz ist so unfassbar und grenzenlos, dass es Himmel und Erde überschreitet. Es ist das große universelle Leben selbst, welches den unendlichen Raum füllt. Alle Kreaturen, menschliche Wesen, die Natur, die Kulturen und Techniken sind alle in diesem Zen-Herzen inbegriffen. So hast du Zengeist in dir als innere Transzendenz, und zugleich füllt das Zen-Herz auf unfassbare Weise das große Universum aus, hüpfend und pochend. Ich hoffe, ihr erinnert euch an den Begriff "Entfremdung", den die Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno) geprägt hat. Ihr solltet eure isolierte Situation überwinden und euch auf eine höhere Ebene von Selbstbewusstheit heraufbefördern und euer wahres Selbst zurückerlangen! Dies ist unsere dringendste Aufgabe für das 21. Jahrhundert. Stendhal, der Vater der modernen Novelle in Frankreich sagt: "Ein Snob kann niemals "Culture" (wahre Kultur) verstehen." Schopenhauer, der in Polen geboren wurde, sagte ebenfalls: "Hochmütige Menschen können niemals echte Kultur verstehen." Wir Menschen, die wir verantwortlich für die Kultur des Zen sind, sollten aus dieser Welt der Eingebildetheit austreten, und es ist unsere Aufgabe, eine tiefe Kultur des Zengeistes zu schaffen mit "Wabi", "Sabi" und "Yugen" für das kommende 21. Jahrhundert. Wabi zum Beispiel ist das grundlegende Prinzip der Teezeremonie. Jo-o, der Lehrer des Teemeisters Rikyu, erklärt Wabi folgendermaßen: Unsere Vorfahren pflegten Wabi auf unterschiedlichste Weise in Gedichten auszudrücken, und heute finde ich, dass Wabi ein ehrliches, bescheidenes, zurückhaltendes und nicht arrogantes Erscheinen bezeichnet. Der Oktober ist der Monat im Jahreslauf, der Wabi am meisten entspricht. Lasst uns ein Gedicht hören, das Teika Fujiwara komponiert hat. Japanisch: Itsuwari no naki yo narikeri, kana-zuki, ta-ga makoto yori shigure someken Die Bedeutung ist: Wie aufrichtig und vertrauenswürdig! Wenn immer der Oktober kommt. Wer das ist, frage ich mich, der es niemals verabsäumt, uns regelmäßig zu segnen, Startseite Zen Verein Vorträge TO GEN JI Zen in ... Literatur Service Sesshin Mehr Seminare Home Links Spenden
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